Mi, 4. März 2020

20:00 Nous, après le déluge (CH)

Foto: Natalie Brenner

Selina Brenner (voc), Johanna Pärli (b), Luka Mandic (g), Jaronas Höhener (tp), Kevin Sommer (bcl), Gabriel Wenger (ts), Loris Knüsel (bs), Nicolas Wolf (dr/comp)

Bereits letztes Jahr besuchte uns der umtriebige Nicolas Wolf zusammen mit Gerry Hemingway anlässlich der Eröffnung der Jazzwerkstatt im Kino Rex mit der audiovisuellen Performance Rumble in the Jungle. Der Kanton Bern verlieh Wolf prompt für u.a. diese Performance den Musikpreis „Coup de Coeur“ 2019, der sein interdisziplinäres und vielfältiges Schaffen würdigt. An der diesjährigen Ausgabe der Jazzwerkstatt präsentiert er seinen neusten Streich.
Nous, après le déluge – Wir, nach der Sintflut – ist eine Grossformation, die dort ansetzt, wo noch nichts ist und dort endet, wo nichts mehr sein wird. 
Mit einer Komposition, die sich in der Zwischenwelt zwischen Aleatorik und Improvisation befindet, und einer Bühnenpräsenz, die das Spektrum von der Japanischen Teezeremonie bis zur Revolte ausreizt, bewegt sich die Band in einem eigenem Universum, welches das Publikum in unerwarteter Weise berührt.

21:15 Herz Unter Null (AT, CH, USA)

Foto: Thomas Lieser

Peter Rom (g/comp), Pamelia Stickney (theremin), Manu Mayr (b), David Meier (dr) 

Vergesst Keith Richards, Mark Knopfler und Jimi Hendrix. Vergesst Les Paul und alles was Ihr in „Gitarre&Bass“ gelesen habt. Unser Meister der Saiten heisst Peter Rom und sein Bild gehört auf die nächste 10er-Note, würde man uns mal fragen. Mit Synesthetic 4 und Rom Schaerer Eberle war er schon hier und nur schweren Herzens hat man ihn überhaupt wieder gehen lassen. Mit “Herz unter Null” hat er sich nun seine Traumband erfunden, deren Album im Herbst erscheinen wird.  Vorher bringt er sie aber nach Bern und präsentiert Stücke und Miniaturen in verschiedenen Tonarten, denn beherrschen tut er sie alle.

22:30 Michael Zerang & The Blue Lights (USA) 

Mars Williams (reeds), Dave Rempis (reeds), Josh Berman (cornet), Kent Kessler (b), Michael Zerang (dr/comp)

Seit mehr als 4 Jahrzehnten ist Michael Zerang ein Dreh- und Angelpunkt der Chicagoer Improszene. 15 Jahre lang war er Mitglied von Peter Brötzmanns Chicago Tentet, er spielt  in Joe Mc Phee’s Survival Unit III, um nur zwei seiner geschichtsträchtigsten Projekte zu erwähnen. Mit den Blue Lights hat der Komponist und Schlagzeuger eine Band um sich versammelt, die ebenfalls der Hall Of Fame der Chicagoer Szene zu entstammen scheint. Der auf ihrem Debutalbum „Songs From The Big Book Of Love“ präsentierte Mix aus Kontrapunkt und erruptiven Free Eskapaden lassen uns an Bach im Dampfkochtopf denken.