Mi, 4. März 2026
MAURICE LOUCA: SAET EL HAZZ «THE LUCK HOUR» (DE/LIBN/CH)
20:00 – PROGR Turnhalle
progressive accoustic soundscapes
Maurice Louca (guit), Raed Yassin (bass), Marina Mello (harp), Paulo Amendoeira (perc, gamelan), Biliana Voutchkova (violin), Mazen Kerbaj (trp)
In Ägypten beschreibt «The Luck Hour» üblicherweise eine wilde Party, gefolgt von einer behutsamen Atmosphäre der Stille. Genauso unterschiedlich wie dieses Gefühl sein kann, wirkt auch die Musik von Maurice Louca: mal untermalt ein Bordun kaum auszuhaltende kratzende Geräusche, mal klingt die Musik wie experimenteller Country. Diese besondere Stimmung wird durch mikrotonal modifizierte Instrumente erzeugt. Was aber stets bleibt, sind langatmende, progressive Klangsphären, die uns zum Träumen einladen.

ÓSKAR GUDJÓNSSON AND SKÚLI SVERRISSON DÚO (ISL)
21:15 – PROGR Turnhalle
poetic fairytales and more
Óskar Guðjónsson (sax), Skúli Sverrisson (bass)
Das isländische Duo Óskar Guðjónsson und Skúli Sverrisson lädt zu einem Tauchgang in die Tiefen unserer inneren Welten ein. Ihre Zusammenarbeit gründet auf einer besonderen Sensibilität füreinander und dem gemeinsamen Streben nach musikalischem Storytelling. So entsteht zwischen Stille und Ton ein zartes, weit ausgreifendes Gespräch, das berührt und eine unverwechselbare Klangsprache formt, aus der vor dem inneren Auge poetische Landschaften erwachsen. Wir freuen uns auf ein Konzert, das Raum lässt zum Innehalten, Träumen und Lauschen.

Do, 5. März 2026
BURNING QUESTIONS: INTERVIEW WITH IBELISSE GUARDIA FERRAGUTTI AND FRANK ROSALY
18:30 – Stadtgalerie PROGR
Q&A with Ibelisse Guardia Ferragutti and Frank Rosally about art, life and society. Come by and have an Apéro with us!
Free admission, collection
(Language: English)
EARSCRATCHER (A/USA)
20:00 – PROGR Turnhalle
disruptive free improvisation
Dave Rempis (sax), Elisabeth Harnik (piano), Fred Lonberg-Holm (cello), Tim Daisy (dr, perc)
Lange musste das transatlantische Quartett auf ihre erste Tour warten, die ursprünglich für Mai 2020 angesetzt war. Mensch könnte meinen, dass die Improvisationen der vier Musiker:innen heute auf eine umso dringendere und existentiellere Art wirken. Das Quartett, das mittlerweile zwei Alben herausgegeben hat, entstand 2019 zur Feier des 50. Geburtstag der Pianistin Elisabeth Harnik. Und das passt, denn die Musik von Earscratcher hat viele Parallelen zu einem Geburtstagsfest, bei dem alle durchdrehen, wenn es ums Geschenke Aufmachen geht und danach plötzlich Ruhe einkehrt, sobald alle mit Kuchen vollgegessen sind.
IBELISSE GUARDIA FERRAGUTTI & FRANK ROSALY – MESTIZX (NL/GB)
21:15 – PROGR Turnhalle
ritual music, sonic healing
Frank Rosaly (dr, mbira, sampler, synth), Ibelisse Guardia Ferragutti (synth, perc, voc), James McClure (tpt, elec, perc), Lida Brouskari (synth), Uldis Vitols (bass, synth)
Ein zutiefst berührendes Geflecht aus Cumbia, Avant Jazz, Chicago Post-Rock, Bomba und vielem mehr.
Mestizx, die genderneutrale Form des aus der Kolonialzeit stammenden, abwertenden Begriffs für eine «mixed person», eignen sich Ibelisse Guardia Ferragutti und Frank Rosaly bewusst an, um ihre musikalische Reflexion über Dekolonisierung sowie die widerständige Kraft von Ritual und Protest zu benennen. Vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Wurzeln in Bolivien, Brasilien und Puerto Rico setzen sie sich mit den Auswirkungen des Kolonialismus auf Geografie, Geschichte und Identität auseinander. Trotz des ernsten Themas nehmen uns Mestizx mit ihrer verbindenden, seelenoffenen, bewegungsanregenden Musik an der Hand und mit in ein klangliches Universum.
YVONNE MORIEL :: SWEETLIFE (A)
22:30 – PROGR Turnhalle
eclectic dub-jazz
Yvonne Moriel (sax, flute), Lorenz Widauer (trp), Stephanie Weninger (moog, keys), Raphael Vorraber (dr)
Ist es möglich, tief in der Jazz-Tradition verankerte Soli mit dem unverwechselbaren elektronischen moog-Sound zu kombinieren? Ja, das ist es! Und das beweist Saxophonistin und Komponistin Yvonne Moriel, die zurzeit zu den spannendsten Protagonist:innen der österreichischen Jazzszene zählt. Mit ihrem Quartett sweetlife entwickelt sie seit 2022 einen eigenständigen Sound zwischen modernem Jazz, Dub-Einflüssen und elektronischen Klangräumen. Das Ergebnis: komplexe rhythmische Strukturen treffen auf atmosphärische Sounds, Dub-Effekte und eine energetische Bühnenpräsenz, die nonchalant vermeintliche Genrebegrenzungen beiseite fegt.
Fr, 6. März 2026
BURNING QUESTIONS: INTERVIEW WITH AYA METWALLI
18:30 – Stadtgalerie PROGR
Q&A with Aya Metwalli about art, life and society. Come by and have an Apéro with us!
Free admission, collection
(Language: English)
SEEDS OF SWEAT (D/B)
20:00 – PROGR Turnhalle
strong texts, dripping sounds
Theresia Philipp (sax, cl, comp), Shannon Barnett (tb, voc), Lynn Cassiers (voc, fx), Keisuke Matsuno (git, fx), Robert Lucaciu (db), Kresten Osgood (dr)
Seeds of Sweat – sind da wirklich Schweisstropfen gemeint? Oder doch Schweissperlen? Ein Juwel ist die Musik von Theresia Philipp auf jeden Fall! Die Kompositionen sind inspiriert vom kollektiven Schaffensprozess und literarischen Texten wie denen von Ber Anena, Koleka Putuma und Trinh T. Minh-ha. Die Poesie verleiht ihrer Musik eine besondere Tiefe, die nicht vor der Schwere der Welt zurückschreckt, sondern sie sinnlich sowie feingeistig verhandelt und in Bewegung bringt: Instrumente und Gesang verweben sich wie Linien, die sich in organischen Mustern ordnen oder wilder Improvisation ausschweifen und wieder auflösen – experimentell, und trotzdem zugänglich.
AYA METWALLI + CALAMITA (CH/D/LIBN)
21:15 – PROGR Turnhalle
punk improv crash
Aya Metwalli (voc), Tony Elieh (bass), Julian Sartorius (dr)
Die Musiker der Band CALAMITA und die Künstlerin und diesjährige Kuratorin der Jazzwerkstatt Aya Metwalli sind alle auf irgendeine Art und Weise mit klassischer ägyptischer Musik und noch spezifischer mit der ägyptischen Künstlerin Oum Kalthoum verbunden. Tatsächlich basiert ihr Album Al Saher auf den Songs aus The Voice of Egypt von Kalthoum. Zum Schütteln animierend und zugleich meditativ – so klingt die Musik, die daraus entstehen kann, wenn sich Punk und improvisierende Künstler:innen diesen Songs annehmen.

GROOVEMAKER (CH/D)
22:30 – PROGR Turnhalle
congolese gospel
Nrji_drumadira (dr), La main de fer (congas), Dixmillesbaguettes (shakers), Dombsbassson (guit), Bençao (guit), Jokobed (bass), Elison (keys), Dolenzo (voc), NGM (voc), MKY (voc), Phrasologie (voc)
Wer kennt das umwerfende Gefühl der Überraschung, wenn man feststellt, dass ein Freund ein heimlicher Meister der französischen Patisserie ist? Eine Bekannte, von der wir nicht einmal wussten, dass sie den Purzelbaum beherrscht, einen fünffachen Flickflack aus dem Stand reißt? Eine Cousine fliessend acht Sprachen spricht? So etwa erging es uns, als wir erlebten, was Eliezer Nguinamau alias Nrji drumadira, Schlagzeugstudent an der Hochschule der Künste Bern, eigentlich noch so tut. Mit Groovemaker mixt er kongolesische Musik, zentralafrikanische Rhythmen und Gospel zu einer mitreissenden, spirituell erfüllenden Musik, die Menschen auf und vor der Bühne verbindet und in andere Sphären oder auf die Tanzfläche katapultiert. Eine zutiefst hoffnungsgebende Musik.
COCON JAVEL (CH)
23:45 – PROGR Turnhalle
candy roquefort
julie b. (voc, synth), Mélusine Chappuis (keys, voc), Neal Dill (dr)
„Put All Your Money Into Therapy“ finden wir durchaus ne gute Idee, insofern Du noch ein paar Franken zurück hältst, um das Ticket für dieses Konzert zu bezahlen. Denn: Wer Javelwasser mit Tonic genauso liebt und normative Rollen- und Körperbilder genauso hasst wie wir, wer sich selbst liebt oder zumindest ab und zu versucht allright mit sich zu sein, wird auch Candy Roquefort in all seinen köstlichen Aggregatszuständen lieben. Auf dem Brot, im Kühlschrank, auf den Ohren. Und übrigens: Neal Dill, eines der drei Herzstücke dieser Supereklektiker:innen ist neu auch Superhirn im Werkstattcockpit. Schwer zu sagen, ob wir uns mehr darüber oder auf das Konzert von Cocon Javel freuen.
ELEUSIIS (CH)
01:00 – PROGR Turnhalle
aka Philolaos Kougias – DJ
Im antiken Griechenland war Eleusis der Ort heiliger Mysterien und Zeremonien. Die Musik von eleusiiis hat es zum Ziel, bei seinen Zuhörer:innen eine ähnlich transzendente Erfahrung wachzurufen. Durch verschlungene Klanglandschaften und lange dramaturgische Bögen, denen hier und da immer wieder altbekannte Techno Vibes beigemischt werden, wird mensch zu einer außerkörperlichen Erforschung eingeladen.
Sa, 7. März 2026
BURNING QUESTIONS: INTERVIEW WITH BRICE WASSY AND JIM BLACK
18:30 – Stadtgalerie PROGR
Q&A with Brice Wassy and Jim Black about art, life and society. Come by and have an Apéro with us!
Free admission, collection
(Language: English)
YOQAL (F)
20:00 – PROGR Turnhalle
raw musical dialog
Kamilya Jubran (voc, oud), Sarah Murcia (db)
Über zwanzig Jahre arbeiten die beiden Musikerinnen Kamilya Jubran und Sarah Murcia schon zusammen. Diese langjährige Freundschaft und gemeinsame Erfahrung ist in ihrer Musik gut zu spüren – die Worte fließen frei in oft komplexen Strukturen, aber diese Komplexität kommt kaum zum Vorschein, so flüssig ist das Zusammenspiel des Duos. Darin liegt das Wunder, wie in der Poesie. Das Wesentliche ist nicht, unbedingt alles zu verstehen. Das Wesentliche ist, sich einfangen zu lassen vom einzigartigen Dialog zwischen den beiden Musikerinnen.

KOSACK-PARKINS-WASSERMANN (USA/D)
21:15 – PROGR Turnhalle
multidimensional sculptural sounds
Liz Kosack (synth), Andrea Parkins (acc, objects, elec), Ute Wassermann (voc, objects)
Das Trio Kosack-Parkins-Wassermann steht ganz im Sinne der Jazzwerkstatt – jede Musikerin bringt ihre einzigartige Stimme mit in eine ganz neue Formation. Alle spielen auf unkonventionelle Art und Weise mit ihren Instrumenten. Liz Kosack lässt ihr Keyboard flüstern, flöten und schimmern. Andrea Parkins bearbeitet ihr Akkordeon elektronisch und experimentiert mit Feedback, Verzerrung, Klangdichte und Drone. Schlussendlich fügt Ute Wassermanns Gesang diesem Mix Klänge hinzu, die zwischen elektronischen, animalischen, anorganischen und menschlichen Eigenschaften oszillieren.

BRICE WASSY KÙ JAZZ PROJECT (F/CH)
22:30 – PROGR Turnhalle
dazzling polyrhthmic sound-wall
Brice Wassy (dr, direction), Yvonne Moriel (sax, fl), Paul Butscher (tp, flg), Josephine Nagorsnik (tb, elec), Gaspar José (vib), Mischa N’Cho (guit), Sonya Chernysh (piano), Toni Schiavano (bass), Christoph Steiner (dr)
Brice Wassy ist bekannt für seine gewagten Experimente, bei denen er mittels seiner Kompositionen verschiedene Kunstformen oder Musiker:innen unterschiedlicher Herkunft miteinander verbindet. Hier werden sich lokale Musiker:innen seiner Ku Musik annehmen. Die Ku Musik von Brice Wassy ist eine Reihe von Jazz-Kompositionen, die er ausgehend von Rhythmen verschiedener Länder des afrikanischen Kontinents erschaffen hat. Einige Stücke wurden bereits in diesem Format gespielt, andere hingegen werden an der Jazzwerkstatt zum ersten Mal so zu hören sein. Eine einmalige Angelegenheit also, wie wir es an der Jazzwerkstatt gerne haben.

SCHRAFER SNEF VS. TRASH QUEST BUNNY (CH)
23:45 – PROGR Turnhalle
joyful distortion
Jim Black (dr, elec), Lennart Schandl (bass, elec), Josephine Nagorsnik (bass, fx, voc, machines), Livia Marras (synth, voc)
Nein, kein Schneiders Senf, aber sehr viele Kabel, kaputte Lötstellen und erodierte Hirne. Wie gut, wenn etwas nicht funktioniert und Tanzbeine nicht schwingen sondern zappeln. Auf der einen Seite Trash Quest Bunny, das Schweizer Electronic Music Duo, das älter ist als die Alpen selbst und sich am liebsten auf alten Teppichen kauernd in schwindelerregende Höhen schraubt. Auf der anderen Seite ein Bass & Schlagzeug Geflecht, das erst noch entkorkt werden muss. Jim Black, diesjähriger Co-Kurator der Werkstatt und bekannt für sein violent dance drumming, beschert uns diese sicherlich tanzbare Weltpremiere, merci viu mau.
1000 balles (CH)
01:00 – PROGR Turnhalle
1000 balles – DJ
Kurz gesagt: Das DJ‑Set von 1000 balles ist eine mutige, experimentelle Klangforschung, die progressive Beats mit ungewöhnlichen Klangsignalen wie Telefon-Klingeltönen vermischt, während langsam ein ausserirdischer Sound-Teppich zum Vorschein kommt, der uns in ein kosmisches Schweben versetzt. Ein Set wie ein Traum zwischen Zukunft und Erinnerung – hypnotisch, vielschichtig und voller akustischer Überraschungen.

So, 8. März 2026
Familienkonzert in Zusammenarbeit mit Bee-flat
PHIL & LOUIS & AYA (GB/F/CH)
15:30 – PROGR Turnhalle
futuristic dadaism
Phil Minton (voc), Louis Laurain (tp, fx), Aya Metwalli (voc)
Eigentlich wollte unsere diesjährige Kuratorin Aya für die Jazzwerkstatt eine Kollaboration mit Phil Minton auf die Beine zu stellen. Zuerst ging diese Idee dann doch woanders hin und es hätte The Duo C.N.T., in der Louis Laurain und Pierre Bastien ihre Kunst verweben, mit Phil auftreten sollen. Aus Krankheitsgründen kann Pierre das Konzert leider nicht geben und so geht die Idee wieder zurück an ihren Ursprung – Aya schliesst sich nun den beiden Musiker Phil und Louis an und wir dürfen an einer frischen Zusammenkunft von drei Künstler:innen teilhaben, die bisher noch nie zusammen gespielt haben. Spannend wird diese neue Formation bestimmt, denn alle drei kommen mit unterschiedlichem Gepäck auf die Bühne und werden dieses nun neu verweben und uns in eine einzigartige Welt entführen.

MAYBE SHE’S A BITCH, MAYBE YOU NEED A SENSE OF HUMOUR (CH/DE)
20:00 – PROGR Turnhalle
lecture performance, drones
Sonia Loenne (performance, words, comp), Lua Jungck (music production, comp), Franziska Brücker (dramaturgy, technical management)
Darf man Richard B. Spencer ins Gesicht schlagen? Und wie funktioniert Protestmusik? Wenn deine Cousine zu dir sagt, dass Männer eine Gefahr für die Gesellschaft sind, dann ist sie vielleicht eine Bitch. Oder du brauchst ein bisschen Humor? Hier sind sechs Versuche, über das Thema Antifaschismus zu sprechen. Unkoordiniert. Zwischen Abstraktion, dunklen Drones und schlechtem Gitarrenspiel.
(Das Stück ist eine Erstaufführung, im Programmheft ist eine veraltete Version des Pressetextes gedruckt.)

PHIL & LOUIS & AYA (GB/F/CH)
21:15 – PROGR Turnhalle
futuristic dadaism
Phil Minton (voc), Louis Laurain (tp, fx), Aya Metwalli (voc)
Eigentlich wollte unsere diesjährige Kuratorin Aya für die Jazzwerkstatt eine Kollaboration mit Phil Minton auf die Beine zu stellen. Zuerst ging diese Idee dann doch woanders hin und es hätte The Duo C.N.T., in der Louis Laurain und Pierre Bastien ihre Kunst verweben, mit Phil auftreten sollen. Aus Krankheitsgründen kann Pierre das Konzert leider nicht geben und so geht die Idee wieder zurück an ihren Ursprung – Aya schliesst sich nun den beiden Musiker Phil und Louis an und wir dürfen an einer frischen Zusammenkunft von drei Künstler:innen teilhaben, die bisher noch nie zusammen gespielt haben. Spannend wird diese neue Formation bestimmt, denn alle drei kommen mit unterschiedlichem Gepäck auf die Bühne und werden dieses nun neu verweben und uns in eine einzigartige Welt entführen.
